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Gemeinsames Gedenken an die Bücherverbrennungen 1933
Während der Terror gegen das angeblich „volkszersetzende Schrifttum“
1933 reichsweit am 10. Mai in Bücherverbrennungen gipfelte, gab
es in Würzburg bereits am 10. März 1933 eine erste Verbennung auf
dem Residenzplatz. Zuvor wurde das Gewerkschaftshaus und die Redaktion
des Fränkischen Volksfreunds besetzt.
Um diesem dunklen Kapitel der Würzburger Geschichte zu gedenken,
lädt die Akademie Frankenwarte am Montag, den 10. März 2008 von
11.00 bis 18.30 Uhr Bürgerinnen und Bürger ein, auf dem Residenzplatz
aus den „verbrannten Büchern“ vorzulesen. Zu Beginn wird der Aktionskünstler
Wolfram P. Kastner einen schwarzen Fleck auf das Pflaster des Residenzplatzes
auftragen und das Zitat von Heinrich Heine „Dort wo man Bücher verbrennt,
verbrennt man auch am Ende Menschen“ mit weißer Farbe aufsprühen.
Die anschließenden Lesungen, zu denen insbesondere Schulklassen,
Initiativen und Vereine aufgerufen werden, dauern 5 bis 10 Minuten,
Gruppen können 15 bis 20 Minuten vorlesen. Die VorleserInnen wählen
die Texte selbst aus.
„Der Brand der Bücher und die Mühen der Erinnerung“ stehen im Mittelpunkt
der Vorträge von Prof. Klaus Schönhoven und Wolfram P. Kastner um
19.30 Uhr in der Aula der Mozartschule. „Vier ernste Gesänge“ von
Johannes Brahms, vorgetragen von Christoph von Weitzel (Bariton)
und Ulrich Pakusch (Klavier), umrahmen die Gedenkveranstaltung.

Zur Erinnerung an die Bücherverbrennung der Nazis von 1933 -
ein aktives Denkmal zur Beteiligung:
Brandfleck
auf dem Königsplatz
und
München liest - aus verbrannten Büchern
Seit
1995 alljährlich am 10. Mai brennt der Künstler Wolfram
P. Kastner auf dem Königsplatz vor der Antikensammlung (an der
Stelle der Bücherverbrennung der Nazis und ihrer Sympathisanten
von 1933) eine Brandspur in den Rasen - damit kein Gras über
die Erinnerung an den Beginn der Brandstiftung wächst, die im Brand
der Synagogen, Städte und Menschen endete.
Diese
Aktion wurde zunächst von der Stadtverwaltung mit grotesken Bemerkungen
mehrfach verboten, seit 2004 genehmigt – mit der Auflage, für die
„zeitnahe“ Abdeckung mit Rollrasen 350 € in der Stadtkasse zu hinterlegen.
Seit 2005 kann der Brandfleck als temporäres Denkzeichen genehmigt
realisiert werden.
Alljährlich
am 10. Mai lesen Autor/innen, Schüler/innen, Schauspieler,
Student/innen, Politiker und viele andere engagierte Bürger/innen
auf dem Königsplatz am Ort der Bücherverbrennung der Nazis von 1933
unter dem Motto „München liest – aus verbrannten Büchern“
Texte von Schriftsteller/innen, deren Bücher 1933 ff in über 60
deutschen Städten verbrannt wurden.
Die
Lesungen, die von Wolfram P. Kastner angeregt und bereits
zum achten Mal in Zusammenarbeit mit dem Kulturreferat der Stadt
München durchgeführt wird, fanden in den vergangenen Jahren großes
Interesse. Die erste Lesung aus verbrannten Büchern auf dem Königsplatz
fand 1996 mit Hanne Hiob und Schüler/innen des Luisengymnasiums
statt. Seit 2004 werden die Lesungen vom Kulturreferat der Landeshauptstadt
München u.a. gefördert.
Wer
Interesse daran hat, selbst aus einem verbrannten Buch vorzulesen,
kann sich unter der Telefonnummer 089 – 157 32 19 anmelden.
Den
Brandfleck zur Erinnerung an die Bücherverbrennung legte
Wolfram P. Kastner erstmals 1995 an – damals und in den folgenden
Jahren wurde das immer wieder verboten, 2004 erstmals erlaubt und
mit Rollrasen zugedeckt,
München hat (im Gegensatz zu einigen anderen Brandstädten) bis heute
kein dauerhaftes Zeichen der Erinnerung an die in der ehemaligen
„Hauptstadt der Bewegung“ besonders groß inszenierte Bücherverbrennung
und die dabei vernichtete beste deutsche Literatur des 20. Jahrhunderts,
die teilweise bis heute aus den Bibliotheken, den Schulbüchern und
den Köpfen verschwunden ist.
Mit
dem Brandfleck und den Lesungen will Kastner eine positive Tradition
für Freiheit, Menschenwürde und Akzeptanz stiften und viele – insbesondere
junge – Menschen dafür und für die entsprechende Literatur gewinnen
und sensibilisieren.
Erinnerungszeichen
zu den Bücherverbrennungen und Lesungen aus „verbrannten Büchern“
hat Wolfram P. Kastner angeregt und teilweise – mit oder ohne Genehmigung
– realisiert in: Frankfurt,
Heidelberg, Kassel,
Leipzig, Lübeck,
Mannheim, Nürnberg,
Salzburg, Würzburg
und Wuppertal.
In
vielen anderen Städten wurden von ihm ein Erinnerungszeichen und
eine Lesung angeregt, aber nicht realisiert oder verhindert:
Bonn,
Braunschweig, Dresden, Düsseldorf, Essen, Greifswald, Hannover,
Landsberg, Rostock
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