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Friedensverhüllung
Tarnung
des Friedensengels vor der NATO-„Sicherheits“ - Konferenz 2009 eine
Kunstaktion von Wolfram P. Kastner Erst war sie eine Siegesgöttin
– goldglänzend wie der Reichtum, der aus den Zahlungen der 1871
besiegten Franzosen nach Deutschland strömte - , dann wurde sie
zum Friedensengel, der die Kriegshetze und die Mordlust zweier deutscher
Angriffskriege und deren zerstörerische Folgen nicht verhindern
konnte: die 4 Meter hohe auf einer 22 Meter hohen Säule stehende
geflügelte Frau am Isar-Hochufer, die in der einen Hand den Friedenzweig
und in der anderen die Kriegsgöttin hält. Zu ihren Füßen befinden
sich Bildnisse von Kriegsministern, Kriegskaisern und Generälen.
Die Münchner Bevölkerung hat sich immer lieber einen Friedensengel
vorgestellt – auch wenn eine tödliche Illusion daraus wurde; 1914
– 1918 und 1939 – 1945. Und heute? München ist seit einigen Jahren
Tagungsort einer als „Sicherheitskonferenz“ firmierenden militärpolitischen
Tagung, bei der militärische Strategien erörtert und geplant werden.
Die Ergebnisse dieser Strategien sind u.a. in Afghanistan und im
Irak zu besichtigen, militärische "Lösungen" sind immer Steinzeitlösungen,
für die Probleme der Menschheit gibt es keine militärischen Lösungen,
Militärisches ist das Problem, nicht die Lösung. Frieden ist weder
dem Namen noch der Zielsetzung nach das bestimmende Element der
Konferenz. Der „Friedensengel“ soll für mindestens eine Woche –
spätestens 1 Tag vor Beginn der Konferenz – also vom 5. bis 12.
Februar 2009 mit einem Netz den Blicken der Bevölkerung und der
Tagungsteilnehmer verborgen werden. Dies kann sowohl als schamhafte
Verhüllung eines Friedenssymbols wie auch als Tarnung im Kontext
militärischer Optionen verstanden werden. Jedenfalls soll das Verhüllen
eines Siegeszeichens, das zum Friedenssymbol umgedeutet wurde, die
Wahrnehmung und die Diskussion in der Stadtbevölkerung anregen über
die aktuelle Situation von Krieg und Frieden in der Welt und den
rohstoffsichernden militärischen Planungen. Diese ästhetische Intervention
ist sowohl eine Anknüpfung und Weiterführung der Verhüllung / Tarnung
des „Friedensengels“ im 2. Weltkrieg als auch der Hervorhebung durch
Verhüllungen, wie sie von Christo u.a. realisiert wurden. Im Unterschied
zu jenen Verhüllungen wird mit dieser Kunstaktion sowohl inhaltlich
als auch formal ein unmittelbarer Bezug zu aktuellen Entwicklungen
hergestellt. Die Verhüllung / Tarnung geschieht mittels eines Tarnnetzes,
das von einer Personen-Hebebühne aus so um die Friedensengel/Siegesgöttin-Figur
gelegt wird, dass keinerlei Beschädigung geschehen kann. Das Projekt
wird unterstützt vom Münchner Bündnis gegen die sog. NATO-Sicherheitskonferenz
und „das andere Bayern“/Verein für demokratische Kultur.
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