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Landsberger
Nazi-Ehrenstein – umgekippt!
Der Ehrenstein für den Terroristen, Bombenleger
und Nazi Albert Leo Schlageter, der bis gestern in Landsberg auf
dem Lechufer am Krachenberg stand, wurde umgekippt und mit einer
kommentierenden Tafel versehen.
Auf der Rückseite des etwa 120 cm hohen und 2 Tonnen schweren Granitsteins
stand zu lesen „dem Helden von Ruhr und Rhein“.
Wir halten es für unerträglich, dass für einen Nazi und Bombenleger,
ein derartiger Ehrenstein, der ein Treffpunkt für die HJ war, noch
heute in der ehemaligen NS-„Stadt der Jugend“ Landsberg unkommentiert
herumsteht.
Wir
hatten deshalb dem Oberbürgermeister geschrieben und auf seinen
Wunsch einen Vorschlag gemacht, wie man den Stein schräg stellen
und mit einem Text versehen könnte. Der Ältestenrat und der Oberbürger-meister
der großen Kreisstadt Landsberg lehnten dann aber plötzlich eine
„Aufweitung“ des Gedenkens ab und wollten den Zustand ohne weiteres
bestehen lassen.
Wir,
Wolfram P. Kastner (Künstler), Claus-Peter Lieckfeld (Autor), Markus
Stapf, Veronika Straaß (Autorin) und Thomas Utz (Arzt), haben den
Stein umgeworfen und mit dieser ästhetischen und materiellen Intervention
sichtbar gemacht, wovor die Landsberger Ältesten mehrheitlich die
Augen verschließen wollten.
Wir
geben damit einen Anstoß dafür, dass die Landsberger Bürger/innen
und ihre Stadträte im Lichte der Öffentlichkeit eine gute und angemessene
Lösung für den Umgang mit diesem Relikt der NS-Geschichte finden.
Wolfram P. Kastner
Oktober 2006
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