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M
E D I E N I N F O R M A T I O N
Ein Denkmal am falschen Ort
Für den Revolutionär und Gründer des Freistaat Bayern, Kurt Eisner,
der 1919 von einem antisemitischen adligen Rechtsextremisten ermordet
wurde,
gibt es weiterhin kein würdiges Denkmal in München.
Ausgerechnet am 14. Mai 2011 – am 144. Geburttag des freiheitlich-sozialistischen
1. Ministerpräsidenten des Freistaats – wird neben einer unbedeutenden
Straße,
wo kaum jemand geht, ein gläsernes Denkmal errichtet mit der Aufschrift
„Jedes Menschenleben soll heilig sein.“
Das Zitat ist völlig aus seinem Zusammenhang gerissen.
So wird es der politischen Bedeutung Eisners als Revolutionär, Demokrat
und Pazifist nicht gerecht.
Die unblutige demokratische Revolution fand in München zwei Tage
vor Berlin statt.
Man könnte also stolz darauf sein.
Stattdessen wird ein Denkmal zwischen Bäumen und Fahrbahn abgestellt
–
die Gründe sind vermutlich so durchsichtig wie das Material des
Denkmals.
Ein zentraler Ort in der Landeshauptstadt wäre angebracht.
Die Nähe zum SPD-Haus ist völlig daneben.
Der damalige SPD-Vorsitzende bedachte Eisner mit unwahren antijüdischen
Behauptungen,
die von den Nazis aufgegriffen wurden.
Der von der Stadtverwaltung ausgeschriebene Wettbewerb war nicht
offen
und die Ergebnisse wurde nicht ausreichend öffentlich präsentiert.
Die seit 1988 bestehende Kurt-Eisner-Kulturstiftung wurde in keiner
Weise in die Vorbereitung und das Auswahlverfahren einbezogen.
Die Chance für eine überfällige Würdigung Eisners wurde wieder einmal
– typisch München!? – vertan.

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Wir regen an, endlich einen zentralen Platz in München nach Kurt
Eisner zu benennen
und dort ein informatives Denkmal zu errichten, sowohl am Grab Eisners
wie am Ort seiner Ermordung
zu den Jahrestagen Kränze niederzulegen, eine Gedenkveranstaltung
durchzuführen, ihm posthum die Ehrenbürgerschaft zuzuerkennen
und Porträts Eisners im Rathaus, in der Staatskanzlei, im Landtag
und in der Ruhmeshalle anzubringen.
Wolfram P. Kastner (1. Vorsitzender des Kuratoriums)
RA Michael Sack (2. Vorsitzender des Kuratoriums)

Umbenennung
"Kurt-Eisner-Platz"
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